Selbstsabotage die keine ist

emotionales Essen ist ein viel diskutiertes, doch oft missverstandenes Thema. Es fallen Sätze wie „Er ist doch selbst Schuld. Warum tut er sich das an? Er könnte doch einfach aufhören!“ Und ich hab mich das auch oft gefragt: Warum esse ich bis mir schlecht ist und ich mich hundeelend fühle? Geschmeckt hat es schon nach dem dritten Schokoriegel nicht mehr. Es fühlt sich an wie Selbstsabotage, sich selbst fertig machen. Doch das ist es nicht. Es ist die beste Methode, die einem in dem Moment zur Verfügung steht, sich wieder besser zu fühlen. Hätte man eine andere, würde man sie benutzen. Man fühlt sich schlecht, einsam, wütend, missverstanden, hoffnungslos oder leer – welches Gefühl es auch sein mag – und möchte zurück zu einem guten Gefühl, zurück zu Wohlbefinden. Meine Methode war zu viel Essen, zu viel fernsehn und zu viel Kaffee. Andere sind: zu viel shoppen, Alkohol, Drogen, Sex oder Sport. Man versucht einfach nur sich besser zu fühlen. Das klingt für mich nicht nach Selbstsabotage, sondern ziemlich verständlich. Das einzige was jetzt noch nicht stimmt ist die Methode. Beziehungsweise EINE Methode. Denn man braucht überhaupt keine. Das gute Gefühl, dass jeder von uns sucht, ist da. Immer. Unter all den Gedanken und Emotionen. Wir spüren es nur manchmal nicht. So wie wir manchmal die Sonne nicht sehen. Trotzdem ist sie über den Wolken immer da. Und genauso ist es auch mit unserem Wohlbefinden. Wir müssen nur warten bis die Gedankenwolken sich verzogen haben.