Die Salatsaison hat begonnen

Mit der Zeitumstellung hat endlich auch die Salatsaison begonnen. Je wärmer es wird, desto weniger Lust hat man abends auf etwas Deftiges. Stattdessen bietet es sich an, einen leckeren, leichten Salat zu machen. Viele mögen Salat nicht so gerne oder finden ihn langweilig und ich muss gestehen, dass ich früher auch zu ihnen gehört habe. Das lag daran, dass ich ihn immer gleich zubereitet hab: Irgendeinen Salat aufgeschnitten, vielleicht noch Tomaten und Gurken dazu, Essig und Öl drüber –  fertig.

Heute werde ich richtig kreativ und so wird es nie langweilig. Mittlerweile ist Salat ein regelmäßiger Bestandteil meiner Küche geworden. Hier sind einige Anregungen, wie ihr euren Salat aufpeppen könnt: angebratene Pilze, Mais, Feta, Mozzarella, Oliven, Karotten, rohe Zucchini, Ei, Zwiebeln, Kidneybohnen, gebratene Hühnerbrust, Nüsse, frische Kräuter, Thunfisch, Radieschen, Scampi, Spargel, rote Beete, Avocado und Paprika.

Außerdem schnippel ich meistens noch irgendendein Obst dazu: Granatapfel, Orange, Apfel, Melone, Birne, Mango, Himbeeren, Feigen oder Erdbeeren. Auch bei den Soßen kann man sich austoben. Mein momentaner Favorit ist die Honig-Senf Soße. Selbstgemacht und mit wenig Honig kann man sich das gerne mal gönnen.

Wenn jetzt der eine oder andere denkt „hm, trotzdem noch ganz schön viel Fruchtzucker mit der Mango zum Beispiel, oder?“ An sich schon. Aber die Hauptsache ist doch, dass es dir schmeckt und du den Salat dann gerne ist. Denn einfach nur nackten Salat zu essen bringt wenig, denn es hinterlässt ein unbefriedigtes Gefühl und man durchwühlt spätestens eine halbe Stunde danach verzweifelt seine Süßigkeiten Vorräte.

Selbstsabotage die keine ist

emotionales Essen ist ein viel diskutiertes, doch oft missverstandenes Thema. Es fallen Sätze wie „Er ist doch selbst Schuld. Warum tut er sich das an? Er könnte doch einfach aufhören!“ Und ich hab mich das auch oft gefragt: Warum esse ich bis mir schlecht ist und ich mich hundeelend fühle? Geschmeckt hat es schon nach dem dritten Schokoriegel nicht mehr. Es fühlt sich an wie Selbstsabotage, sich selbst fertig machen. Doch das ist es nicht. Es ist die beste Methode, die einem in dem Moment zur Verfügung steht, sich wieder besser zu fühlen. Hätte man eine andere, würde man sie benutzen. Man fühlt sich schlecht, einsam, wütend, missverstanden, hoffnungslos oder leer – welches Gefühl es auch sein mag – und möchte zurück zu einem guten Gefühl, zurück zu Wohlbefinden. Meine Methode war zu viel Essen, zu viel fernsehn und zu viel Kaffee. Andere sind: zu viel shoppen, Alkohol, Drogen, Sex oder Sport. Man versucht einfach nur sich besser zu fühlen. Das klingt für mich nicht nach Selbstsabotage, sondern ziemlich verständlich. Das einzige was jetzt noch nicht stimmt ist die Methode. Beziehungsweise EINE Methode. Denn man braucht überhaupt keine. Das gute Gefühl, dass jeder von uns sucht, ist da. Immer. Unter all den Gedanken und Emotionen. Wir spüren es nur manchmal nicht. So wie wir manchmal die Sonne nicht sehen. Trotzdem ist sie über den Wolken immer da. Und genauso ist es auch mit unserem Wohlbefinden. Wir müssen nur warten bis die Gedankenwolken sich verzogen haben.

Unerwartete Aussichten

Kennt ihr das? Wenn ihr euch unerwartet im Spiegel seht und ganz anders ausseht, als ihr euch in dem Moment gefühlt habt? Und das dann irgendwie die ganze Selbstwahrnehmung verändert.

Ich hatte das vor kurzem, als ich in der Stadt unterwegs war. Plötzlich stand ich vor einem Schaufenster, das sehr gut reflektiert hat, und sah meine Beine. Und war total enttäuscht. Warum ist das so? Ich kenne meine Beine. Meine Beine haben sich auch in den letzten zwei Jahren nicht nennenswert verändert.

Trotzdem hatte ich irgendwie eine andere Erwartung – eine andere Vorstellung im Kopf. Von Frauenbeinen, wie sie meiner Meinung nach sein sollten. Und weil meine Erwartung sich von der Realität nun mal unterscheidet (Ich hab breitere Knie als mir lieb ist), war ich enttäuscht. Wie mein Kopf auf die Idee kommt Beine zu erwarten, die ich in meinem ganzen Leben nie hatte, ist mir ein Rätsel. Größenwahn vielleicht?

Leider ist das bei vielen Sachen so. Man hat oft Dinge nicht so im Kopf, wie sie sind, sondern wie man sie gerne hätte. Und das macht alles kaputt. Ob es jetzt der Körper ist, eine Situation in der Arbeit oder das gebuchte Hotelzimmer im Urlaub.

Deswegen versuche ich die Dinge so zu sehen wie sie wirklich sind, und nicht wie ich sie mir wünsche. Leider klappt das noch nicht immer. Aber ab und zu doch. Und meine Beine können auch so bleiben wie sie sind.

Einkaufen leicht gemacht

Wir werden heutzutage mit einem regelrechten Überangebot an Nahrungsmitteln konfrontiert. Da ist es manchmal nicht leicht den Überblick zu behalten und zu entscheiden: was möchte ich konsumieren?

Doch wie entscheide ich? Man muss nicht jeden Inhaltstoff kennen, um eine gute Wahl zu treffen. Zum Glück – denn die sind oft kaum verständlich. Es gibt eine simple Richtlinie an die ich mich beim Einkaufen halte. So simpel, dass sie fast schon ein wenig plump klingt. Trotzdem möchte ich sie hier mit euch teilen, weil sie mir bei meinem Einkaufsverhalten sehr geholfen hat:

Kaufe nichts was eine Werbung hat.

Klingt erst mal komisch, macht aber viel Sinn, wenn wir uns mal die Frage stellen: Welche Art von Lebensmittel wird beworben? Fertiggerichte, Softgetränke, Süßigkeiten – fast nur bearbeitete Lebensmittel.

Was dagegen hat keine Werbung? Obst, Gemüse, Nudeln, Eier, Cous Cous, Kartoffeln – die unbearbeiteten Grundnahrungsmittel.

Und auch bei Nahrungsmitteln über die generell geworben wird, kann man diese Regel anwenden:

keine Werbung: Naturjoghurt – Werbung: gesüßter Fruchtjoghurt, Pudding

Kidney Bohnen – fertiges Chilli con Carne

Nüsse – Chips und andere salzige Snacks

Buttermilch natur – Buttermilch mit Geschmack

Reis – fertiger gesüßter Milchreis aus dem Kühlregal

Käse von der Theke – Käse light mit 0,1% Fett

normale Müslimischung – Cornflakes

Wie bei jeder guten Regel, gibt es auch hier die eine oder andere Ausnahme, wobei mir außer Tee gerade nicht viele gesunde Lebensmittel einfallen, die beworben werden.

Das soll natürlich keine strenge so-und-nicht-anders-Regel sein, sondern eher eine grobe Richtlinie, wie man ohne viel Aufwand beim Einkaufen gute Entscheidungen trifft. Ich habe jedes einzige mal beim Einkaufen mindestens ein paar beworbene Lebensmittel im Korb. Aber das meiste stammt schon von der keine-Werbung-Seite.

Lass es dir schmecken

Essen ist ein wichtiger Teil unseres Lebens und unserer Kultur und das ist auch gut so und soll so bleiben. Selbst beim abnehmen. Und das ist kein Widerspruch.  Es gibt 3 Gründe, die dafür sprechen es sich auch beim Abnehmen so richtig schmecken zu lassen.

1. Viele schrecken vor einer Ernährungsumstellung zurück, weil sie befürchten sich nur noch von Salat, Vollkornnudeln und Kichererbsen ernähren zu müssen. Das macht natürlich dauerhaft wenig Spass. Es ist auch nicht sehr effektiv gesundes, aber langweiliges Essen herunterzuwürgen.

Zu Beginn meines Abnehmens hab ich das ab und zu gemacht. Ich hab mir einen Teller Linsen gekocht, Pfeffer und Salz dazu -fertig. Das hab ich dann mit dem befriedigenden Gefühl gegessen besonders bescheiden, opferbereit und engagiert zu sein. Aber die Befriedigung hielt genau 5 Minuten, dann kam die Lust auf was Süßes, die ich mal mehr, mal weniger, erfolgreich den ganzen restlichen Abend bekämpfte. (Man kann Linsen auch total lecker zubereiten, aber damals wusste ich mir nicht besser zu helfen)

2. Außerdem: Wenn ich nur esse was mir schmeckt (Und ganz wichtig: nur wenn ich Hunger habe und aufhöre, wenn ich satt bin), versage ich mir nichts. Es kommt also kein Heißhunger, Rückfall oder Jojo-Effekt auf. Und so ganz nebenbei genieße ich auch noch mein Leben – praktisch.

3. Ein weiterer Vorteil davon ist, dass wir so meistens essen was wir brauchen. Wenn man sich lange von Fertiggerichten oder Fast Food ernährt hat, kommt irgendwann die Riesenlust auf was Frisches, und so balanciert es sich aus.
Ein gutes Beispiel dafür sind kleine Kinder: Sie löffeln oft Butter und haben total Lust darauf. Der Körper sendet ihnen das Signal, weil er das Fett und Eiweiß im Wachstum braucht.

Oder wenn man tagelang Lust auf Chips oder was Salziges hat, heißt das oft, dass einem bestimmte Mineralien und Salze fehlen.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass man jeder Begierde nachgeben soll. Aber auf die Signale des Körpers zu hören, ist auf jeden Fall eine gute Idee und ist etwas, dass man wieder lernen kann, wenn man sie zu lange ignoriert hat.

Ignorier den inneren Monolog

Was würde wohl passieren, wenn ein Baby darüber nachdenken würde, Laufen zu lernen? Wenn man die Natur des Menschen berücksichtigt, würde es wohl irgendwie so klingen: „Was ist, wenn ich nach dem ersten Schritt sofort wieder hinfalle? Und was, wenn Papa mich sieht und auslacht? Er wird es bestimmt allen in der Krabbelgruppe erzählen und dann kann ich mich da nie wieder blicken lassen.“

Das Baby würde es wohl nie probieren und müsste seinen ersten Schultag krabbelnd erleben.

Das ist natürlich total absurd. Aber unser eigener innerer Monolog ist oft genauso absurd und trotzdem nehmen wir ihn ernst und schreiben unseren Gedanken Bedeutung zu – geben ihnen Gewicht. „Was wenn ich es wieder nicht schaffe abzunehmen und sogar weiter zunehme? Wenn ich ins Fitnessstudio gehe, lachen mich doch alle aus.“ usw.

Ignorier diese Stimme. Warte nicht bis sie verschwindet, denn das wird sie nicht. Sie gehört zum menschlichen Wesen nun mal einfach dazu.

Der Mythos vom Schweinehund

Viele Menschen sind der Meinung, dass sie es nicht schaffen dauerhaft abzunehmen, weil sie nicht genügend Selbstdisziplin oder Willensstärke haben. Weil sie den berühmten Schweinehund nicht besiegen können.

Doch das ist nicht der Fall. Willenskraft kann mich an einem Tag dazu bringen Joggen zu gehen, obwohl ich mich lieber mit einer Tüte Chips vor den Fernseher hauen würde. Will ich jedoch die gleiche Leistung am nächsten Tag wiederholen, muss ich wieder genausoviel Willenskraft aufbringen, weil ich im Grunde keine Lust habe Joggen zu gehen. Das ist anstrengend und nicht dauerhaft zu halten. Willenskraft rettet einen über einen schwachen Moment hinweg, verändert aber nicht dauerhaft Angewohnheiten.

Wenn man also extrem motiviert ist – wie oft zu Beginn des Abnehmprozesses – geht das eine Weile gut und der Wille ist stark genug. Man treibt Sport und lässt seine Lieblings Leckerei links liegen. Doch da man im Grunde keine Lust drauf hat, kommt zwangsläufig der Punkt an dem der reine Wille nicht mehr ausreicht. Dann kommen die Selbstzweifel und es wird schwierig sich wieder zu motivieren.

Dabei wäre das gar nicht nötig. Wenn man versteht, wie der Körper funktioniert und wie man ihn programmieren muss, um abzunehmen, macht man ganz automatisch und ohne Anstrengung das, was einem zu diesem Ziel verhilft. Ganz ohne Selbstüberredung und Besiegung des Schweinehundes. Und ganz ohne sich zum Sport zu zwingen und auf Süßigkeiten zu verzichten.

Meine schlanke Freundin

Wir kennen sie alle: Die Person in unserem Freundes- oder Bekanntenkreis, die alles essen kann und trotzdem eine Traumfigur hat.  Nennen wir meine Karina. Die erste, die nach der durchfeierten Nacht nach einer Pizza schreit, während der Vorlesung Gummibärchen verteilt und sich den ganzen Dezember vom Schokolade-Versorgungspaket ihrer Eltern ernährt.

Und so frustrierend das erscheinen mag, Karotten Knabbernd neben der Schokolade Naschenden Freundin zu sitzen und trotzdem die größere Hosengröße zu haben, so hilfreich ist es doch in Wirklichkeit. Denn natürlich schlanke Menschen bringen einem fast alles übers Abnehmen bei, was man wissen muss.

Sie essen wann und was sie wollen, und darin liegt das Geheimnis. Sie sind nämlich nicht trotzdem schlank, sondern gerade deswegen. Sie haben sich nie durch Diäten ihre natürliche Beziehung zu Essen ruiniert. Sie essen worauf sie Lust haben, und hören auf, wenn sie satt sind. Sie haben Essen nicht mit der emotionalen Bedeutung aufgeladen, wie die meisten von uns und sie haben beim Essen auch keinen inneren Monolog laufen („Nach dem stressigen Tag, hab ich mir jetzt echt was leckeres verdient“ oder „Ich hasse mich dafür, dass ich nicht mehr Selbstdisziplin habe“)

Schlanke Menschen essen auch nicht immer eine komplette Portion weg, egal wie groß diese ist. Wenn ich mit Karina fernsehe, in unserer Mitte eine Packung Kekse, greift sie alle 20 Minuten nach der Pakung und genehmigt sich einen Keks. Ich dagegen muss alle Selbstdisziplin und Konzentration, die ich habe, darauf verwenden, nicht die ganze Packung in 5 Minuten leer zu machen. Wenn man nur isst, wenn man hungrig ist, und aufhört, wenn man satt ist, ist es relativ egal was man isst.